Arterhaltung

Einleitung

Haben Sie sich schon mal gefragt:

Wenn ja, dann lesen Sie bitte weiter und wenn Nein, dann auch.

Warum gehen immer wieder Arten im Hobby verloren ?

Eine der größten Schwachstellen des Arterhaltungsprogrammes ist die Sammlung korrekter Angaben. Was heute an Arten verfügbar ist, kann morgen schon verloren sein. Dies entspricht leider für viele Arten den Tatsachen, die über die Jahre eingeführt wurden. Wie kann es dazu kommen ? Es gibt sicher viele Gründe, aber die mangelnde Koordination zwischen den Züchtern ist zweifellos eines der größten Probleme.

Welche Daten liegen vor ?

Ich habe bereits eine Datenbank mit mehr als 4000 Populationsbezeichnungen aller bekannten Killifischarten erstellt. Diese Angaben stammen vor allem aus Huber's Killidata 96 und sind mit den Einträgen der DKG-Leistungsschauen seit 1994, sowie den Ergebnissen der Arterfassungslisten seit Gründung der DKG, den Tauschbörsen usw. ergänzt. Es sind also so gut wie alle bisher genannten Populationen enthalten und die Datenbank wird momentan mit weiteren Daten bestückt und ständig aktualisiert. Aus diesen Daten lassen sich dann leicht Rückschlüsse auf den Artstatus ziehen. D.h. es kann eine Abschätzung darüber gegeben werden, ob die Art häufig, selten oder womöglich gar nicht mehr im Hobby vorhanden ist. Selbstverständlich sind diese Daten anonym und dienen nur statistischen Zwecken.

Wie aktuell sind die Daten ?

Die letzte Auswertung stammt aus der Arterfassung 2000 (September 2000 leider mit geringer Beteiligung) und der Leistungsschau in Hamburg. Um hier Abhilfe zu schaffen sind Sie nun gefragt. Denn eine der großen Schwierigkeiten bei dem Versuch, den momentanen Artstatus vieler Fische festzulegen ist die mangelnde Beteiligung des durchschnittlichen Killifreundes. Die meisten Freunde glauben, ihre Fische seien uninteressant für die Komission oder zu gewöhnlich für eine Meldung. Aber das stimmt überhaupt nicht. Jede Meldung ist wertvoll, ganz egal um welchen Fisch es sich handelt. Es macht sogar durchaus Sinn, ein einzelnes verwaistes Weibchen einer Art zu melden. Dies kann evtl. das letzte greifbare dieser Population sein. Wenn nun zufälligerweise jemand anderes, der sich auch nicht scheut ein einzelnes verwaistes Männchen zu melden, sich ebenfalls der Mühe unterzieht dieses Männchen zu melden, ja dann kann unter günstigen Umständen sogar wieder eine größere Population dieser Art herangezogen werden. Ich bin also wirklich an jeder noch so kleinen Meldung interessiert. Sie ist genau so wichtig, ja manchmal vielleicht sogar noch wichtiger, wie die vielen Meldungen der Experten. Also lassen Sie sich von diesen um Gottes willen nicht einschüchtern. Es gibt nur eine Meldung die nichts taugt und das ist, wenn man überhaupt keine Meldung macht. Auf der anderen Seite ist es nicht nötig, bei großeren Beständen einer Population, diese bis auf das letzte Exemplar durchzuzählen. Es reicht hier völlig die Angabe aus, daß es sich um eine größere Zuchtgruppe handelt oder um mehrere Paare. Aber auch detailliertere Angaben sind stets sehr willkommen.

Was ist ein Spezies-Koordinator ?

Ein Spezies-Koordinator hat die Aufgabe, sich um eine oder mehrere Arten freier Wahl zu kuemmern. D.h. er durchsucht regelmaessig alle zur Verfügung stehenden Quellen (Internet, Literatur, Tauschbörsen, pers. Kontakte, jährliche Arterfassung ?) nach Meldungen zu dieser Art und sammelt diese Daten. Damit könnte dann eine Liste von Populationen erstellt werden, die noch im Hobby vorhanden sind. Er hält Kontakt zu den Züchtern dieser Art, versucht neue Züchter für das Programm zu finden und organisiert den regelmäßigen Austausch (ca. alle 1-2 Jahre) von Zuchttieren unter den Züchtern zum Zwecke der Blutauffrischung. Über seine Züchterliste kann und soll bei Bedarf schnell ein Tauschpartner für Tiere dieser Art ausfindig gemacht werden oder die Art an Interessierte weitergegeben werden. Die Spezies-Koordinatoren geben in gewissen Abständen ihre Daten an den 2. GF weiter, wo alle Meldungen zusammen laufen und an die Anfragen zu den Arten gerichtet werden können. Natürlich darf es für jede Art nur einen Koordinator geben, der damit eine Schlüsselposition in der Arterhaltung wahrnimmt. Diese Aufgabe erfordert von allen Beteiligten sehr viel Verantwortungsbewußstsein und eine gehörige Portion an Durchhaltevermögen.

Wenn es für jede Art einen solchen Koordinator gäbe, wären wir bei der Erhaltung der Arten schon einen wichtigen Schritt weiter. Also fangen wir am besten gleich an.

Zum Schluss noch eine Frage, bevor Sie weiterblättern:

Sie können sich nun zurücklehnen und sagen: "schön, das hört sich ja ganz gut an, aber das wird nie funktionieren. Ausserdem hab ich sowieso viel zu wenig Ahnung davon. Lassen wir also die anderen mal machen und sehen dann was dabei herauskommt".

Wenn alle so denken, dann haben Sie sicher Recht. Und wenn niemand was tut, dann werden wir vielleicht bald nur noch A. striatum in unseren Becken schwimmen haben. Statt aber nun einfach weiterzublättern, könnten Sie mir auch kurz eine Email schicken, und mir einfach mitteilen, für welche Art Sie sich interessieren. Suchen Sie sich einfach erst mal Ihre Lieblingsart aus und überlegen Sie mal was Sie darüber wissen (z.B. woher hab ich die Fische; wie lange hab ich sie schon; wer hat die Art sonst noch; welche weiteren Populationen gibt es davon; usw.) . Es ist sicher eine ganze Menge und wenn Sie von nun an ein wenig die Augen aufhalten, wird es sicher noch viel mehr werden. Sie werden sehen, wie einfach es ist und wieviel Spass es macht, ein Experte für eine Art zu werden. Warum melden Sie sich nicht einfach bei mir (Axel Schwekendiek, DKG 585, Email: schwekendiek@killi.org und ich trag Sie gleich bei der gewünschten Art ein (wenn Sie wollen, auch bei mehreren)?

Organisation und Struktur

International Killifish Conservation Program - IKCP

In Zusammenarbeit mit ausländischen Killfisch-Organisationen hat die DKG im September 2001 ein internationales Programm zur Arterhaltung bei Killifischen - das IKCP - ins Leben gerufen. Gegenwärtig (Stand März 2003) sind die folgenden Mitgliedsorganisationen beteiligt:

Gemeinsame Bestrebungen in Sachen Arterhaltung werden von Obmännern der beteiligten Organisationen in einem "round table" Verfahren (also ohne Vorsitz) koordiniert. Daneben organisieren alle beteiligten Organisation auf nationaler Ebene eigene Bestrebungen zur Arterhaltung.

Killifisch Erhaltungszucht Programm - KEP

In der DKG ist dies das Killifisch Erhaltungszucht Programm, kurz KEP, welches unter Einbeziehung der Arbeitsgruppen erarbeitet wird und von EMail an Michael Schneider betreut wird.

Artenerfassung

Alljährlich führt die DKG eine Artenerfassung bei Ihren Mitglieder durch. In der Regel beteiligen sich 10 bis 20% der Mitglieder an dieser Aktion.
Die Ergebnisse der Artenerfassung sind nur für DKG Mitglieder im Mitgliederbereich dieser Webseite einsehbar.

Zuständig für die DKG Artenerfassung ist Freund Jens Mehm, Rämenweg 12, 21423 Winsen/Luhe, Telefon 04171-75057, EMail an Jens Mehm, DKG464.

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